Vom 04.03.26 bis zum 06.03.26 war SMART-EAT auf dem 63. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. in Kassel vertreten und konnten dort zentrale Projektergebnisse sowie ein erstes Anwendungsbeispiel einem breiten Fachpublikum vorstellen.
Im Rahmen des Symposiums der Fachgruppen Gemeinschaftsverpflegung und Public Health Nutrition zum Thema “KI in Public Health Nutrition und Gemeinschaftsverpflegung: Potenziale, Grenzen und praktische Anwendungen, präsentierten Carina Micheel, Corinna Ostwinkelt, Dennis Wüppelmann, Sarah Krings und Prof. Dr. Anette Buyken eine erste Iteration des VR-Supermarkts. Der Demonstrator diente als praxisnaher Einblick in die im Projekt entwickelten Ansätze zur Förderung nachhaltiger und gesundheitsfördernden Ernährungsentscheidungen und wurde von Teilnehmenden des Symposiums aktiv erprobt. Das direkte und durchweg positive Feedback aus der Fachcommunity lieferte wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Anwendung.
Am Freitag stellten Carina Micheel und Corinna Ostwinkel aktuelle Zwischenergebnisse aus zwei laufenden systematischen Reviews vor. Beide Beiträge beleuchten den Status quo des Ernährungs- und Lebensmittelwissens sowie der entsprechenden Kompetenzen bei zentralen Zielgruppen des Bildungssystems.
Corinna Ostwinkel präsentierte Ergebnisse zum Wissens- und Kompetenzstand von Lehrkräften der Sekundarstufen I und II. Die Auswertung zeigt, dass Ernährungswissen je nach Themenbereich stark variiert und insbesondere bei der funktionalen Einordnung von Nährstoffen Lücken bestehen. Gleichzeitig wird deutlich, dass umfassendere Kompetenzen wie Ernährungs- und Lebensmittelkompetenz bislang selten und uneinheitlich erfasst werden. Die aktuelle Evidenz erlaubt daher nur eingeschränkte Aussagen über tatsächliche Kompetenzniveaus.
Carina Micheel stellte ergänzend Ergebnisse zum Status quo bei jugendlichen Schülerinnen und Schülern vor und diskutierte zentrale methodische Herausforderungen der bestehenden Forschung. Deutlich wurde insbesondere, dass die Vergleichbarkeit von Studien aufgrund unterschiedlicher Messkonzepte und Auswertungsstrategien stark eingeschränkt ist. Zudem liegt ein klarer Fokus auf der Erfassung von Faktenwissen, während anwendungsbezogene Kompetenzen bislang zu wenig berücksichtigt werden. Zukünftige Forschungsarbeiten sollten daher stärker kompetenzorientierte Messansätze einbeziehen und bislang unterrepräsentierte Bereiche wie kritische Bewertung, Selbstwirksamkeit sowie Aspekte der Nachhaltigkeit systematisch erfassen.
Die Beiträge wurden als sehr relevant wahrgenommen und stießen auf großes Interesse. Darüber hinaus bot der Kongress weitere wertvolle Gelegenheiten zum Austausch und zur Vernetzung innerhalb der deutschen Ernährungswissenschaft.